Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

Wir wünschen Euch allen frohe Weihnachten, erholsame Festtage und alles Gute für 2015!

Photo: Christmas tractor by Jim Nix via flickr.com (Klick auf Bild)

P. S.: Wir haben uns vorgenommen, uns 2015 wieder regelmäßiger zu melden :-)

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Jetzt zustimmen: Neonicotinoide in Österreich verbieten

Im Zuge der schon länger andauernden Diskussion über die schädliche Wirkung von Neonicotinoiden auf Bienen, über die ich schon mehrmals berichtet habe (HIER und HIER) tut sich auch in Österreich etwas:

Der grüne Nationalratsabgeordnete und Landwirtschaftssprecher der Grünen Pirklhuber hat eine Petition an den Nationalrat eingebracht, in der gefordert wird, Neonicotinoide zu verbieten (in Deutschland sind diese zum Beispiel schon verboten). Das Besondere an der Petition ist, dass diese von jeder/jedem österreichischen Staatsbürger über 16 Jahre online unterstützt werden kann.

Klickt man auf diesen Link, so kommt man auf die Website des Parlaments und der dort veröffentlichten Petition. Den Text der Petition selbst kann man sich HIER durchlesen. Durch einen Klick auf “Zustimmen” öffnet sich ein Formular. In dieses Formular trägt man seine persönlichen Daten ein und “unterzeichnet” so die Petition. Mit dem Anhaken des Punkts “Ich bin mit der Veröffentlichung meiner Daten einverstanden” willigt man in die Veröffentlichung von Namen, Postleitzahl und Ort (NICHT der E-Mailadresse) in der öffentlich einsehbaren Liste der UnterstützerInnen ein. Will man nicht als UnterstützerIn nach außen in Erscheinung treten, so hakt man dieses Kästchen nicht an. UnterstützerInnen, die “unveröffentlicht” bleiben wollen, treten nur für die Parlamentsdirektion und den zuständigen Ausschuss für Petitionen in Erscheinung.

Der Ausschuss für Petitionen und Bürgerinitiativen hat mehrere Möglichkeiten, mit der Petition zum Verbot der Neonicotinoide umzugehen. Er könnte z. B. zur Petition ein ExpertInnenhearing einberufen oder der Nationalratspräsidentin die Zuweisung der Petition an einen Fachausschuss (z. B. dem Landwirtschaftsausschuss) empfehlen. Im schlechtesten Fall kann der Ausschuss die Petition mit “zur Kenntnis genommen” schubladisieren. Auch wenn eine große Zahl an BürgerInnen die Petition unterstützt, ist also nicht gesichert, dass der Gesetzgeber (= Nationalrat und Bundesrat) darauf reagiert. Allerdings wächst der politische Druck zu reagieren natürlich mit der Zahl der Unterstützungserklärungen.

Neonicotinoide

Bienen mögen keine Neonicotinoide

Update 29. April 2013

Heute hat sich eine Mehrheit von 15 der 27 Mitgliedstaaten der EU für ein Verbot von Neonicotinoiden ausgesprochen (Bericht z. B. HIER). Zu einem endgültigen Verbot des Bienengifts hätte es einer qualifizierten Mehrheit bedurft. Acht Mitgliedstaaten haben sich gegen ein Verbot von Neonicotinoiden ausgesprochen, darunter auch der Vertreter des “Umweltschutzmusterlands” Österreich.

Ich vermute, dass die österreichische Regierung das alte “Blame Game” spielen wird: es ist nämlich zu erwarten, dass die Europäische Kommission, die jetzt, wo die Mehrheit (aber eben keine qualifizierte Mehrheit) der Mitgliedstaaten sich für ein Verbot bestimmter bienenschädlicher Pestizide ausgesprochen hat, am Zug ist, Neonicotinoide zumindest in einem bestimmten Umfang verbieten wird. Die “Schuld” für ein derartiges Verbot kann von den österreichischen PolitikerInnen gegenüber den österreichischen WählerInnen (für allem den konventionell wirtschaftenden LandwirtInnen) auf die Kommission, also die bösen “Brüsseler BürokratInnen” abgeschoben werden, weil selbst hat man ja gegen das Verbot gestimmt und damit die vermeintlichen Interessen der Landwirtschaft vertreten. Die betroffenen ImkerInnen sind wirtschaftlich und politisch für die österreichische Innenpolitik wohl unbeachtlich, die NichtimkerInnen verstehen die Brisanz des Problems nicht gut genug und die Bienen haben kein Geld und können nicht wählen … Das ist Europa-Politik à la Kronen-Zeitung und zeigt das Verständnis von “europäischer Solidarität” österreichischer PolitikerInnen. Vielleicht hat aber auch einfach nur das massive Lobbying von Syngentac, Bayer & Co Wirkung gezeigt – bei der Anzahl an Inseraten z. B. von Syngenta (“Das Volksherbizid für alle) im Zentralorgan des österreichischen Bauernbunds, der “Bauernzeitung” würde einen das nicht wundern.

 

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Noch einmal: Champignons selber anbauen …

Vor genau einem Jahr und einem Tag habe ich HIER über meinen Versuch gepostet, Champignons anzubauen. Der Versuch ist in der Folge leider gescheitert. Mein Champignonsubstrat war wohl zu wenig steril bzw. zu feucht. Da der Beitrag über die Champignonzucht aber auf großes Interesse gestoßen ist und ich offenbar nicht der einzige bin, der sich seine Champignons selbst züchten möchte, hier nur die kurze Information, dass es derzeit bei Spar Champignon-Zuchtsets zu kaufen gibt.

Die Zuchtsets werden von der Firma Producx betrieben. Sie kommen in der Größe und wahrscheinlich auch im zu erwartenden Ertrag nicht an die Champignonsäcke heran, die ich von früher her kenne, dafür sind die “Champy” genannten Zuchtsets aber handlicher und man benötigt dazu keinen Keller oder einen eigenen Raum.

Ob das Champy-Zuchtset funktioniert, kann ich allerdings noch nicht sagen. Ich hab es erst vor 14 Tagen bekommen. Derzeit entwickeln sich erste Pilzfäden, von Fruchtkörpern ist natürlich noch keine Spur.

Das Champy-Zuchtset besteht im Wesentlichen aus einer Plastikbox, dem Mycelium und Deckerde. Die “Arbeitsschritte”, die man für die Champignonzucht zu befolgen hat, beschränken sich eigentlich darauf, die Deckerde mit etwas Wasser zu vermischen, die Zuchtschale an einem entsprechend temperierten Ort aufzustellen und das Ganze nicht austrocknen zu lassen. Eine Anleitung liegt bei.

Champy-Zuchtset

Das Champy-Zuchtset

Über die weitere Entwicklung halte ich Euch wie immer am Laufenden!

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Landwirtschaftliches aus Malaysia – Teil I

Waltraud und ich waren von Mitte Jänner bis Mitte Februar in Singapur und Malaysia auf Urlaub. Wir haben uns dabei nicht nur erholt und Strandurlaub gemacht, sondern auch versucht, Eindrücke von der Landwirtschaft in Malaysia zu bekommen. Auf unseren Streifzügen durch das Land haben wir einen guten Überblick über den Agrarsektor in diesem tropischen Land bekommen und wollen hier davon berichten. Alle genannten Zahlen, bei denen keine gesonderte Quellenangabe angeführt ist, stammen aus dem CIA World Factbook.

Malaysia – Geografie, Staatsform und Landnutzung

Malaysia liegt in den Tropen, nur wenige Kilometer vom Äquator entfernt. Das Land teilt sich in einen Westteil, die Halbinsel Malaysia, und einen Ostteil, der auf der Insel Borneo liegt. Der restliche Teil Borneos gehört zu Indonesien. Das Sultanat Brunei ist eine Enklave in Ost-Malaysia. Der südlichste Zipfel von West-Malaysia (Halbinsel) ist zugleich der südlichste Teil des asiatischen Festlandes.

Südostasien

Malaysias Lage in Südostasien (Quelle: CIA World Factbook)

Malaysia

Malaysia teilt sich in einen Westteil (Halbinsel) und einen Ostteil auf der Insel Borneo (Quelle: CIA World Factbook)

Malaysia ist eine der letzten parlamentarischen Wahlmonarchien. In Malaysia wird der König alle fünf Jahre von den neun Sultanen (die über neun Bundesstaaten herrschen) aus ihrer Mitte gewählt. Dem König kommen im Wesentlichen repräsentative Aufgaben zu. Die Regierung wird seit 1957 von einem Parteienbündnis gestellt, das von der nationalkonservativen United Malays National Organisation angeführt wird. Malaysia ist ein demokratischer Staat, in dem Sinne, dass dem Volk die entsprechenden Mitspracherechte eingeräumt werden. Was den rechtsstaatlichen und grundrechtlichen Aspekt betrifft, den wir in Europa mit dem Demokratiekonzept verbinden, so ist dieser in Malaysia vor allem was Grundrechte wie Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit und Gleichbehandlung betrifft, anders gestaltet als in Europa. So ist der Islam Staatsreligion in Malaysia. Die Ausübung anderer Religionen wird toleriert, allerdings werden Muslime in weiten Teilen des öffentlichen Lebens bevorzugt (z. B. beim Bezug von Arbeitslosenhilfe).

In Malaysia leben etwas mehr als 29,6 Mio. Menschen (Österreich: 8,2 Mio.). Davon sind 50,4 % Malayen, 23,7 % Chinesen, 11 % Indigene und 7,1 % Inder. 60,4 % der Bevölkerung bekennen sich zum Islam, 19,2 % zum Buddhismus, 9,1 % zum Christentum, 6,3 % zum Hinduismus, der Rest enfällt auf Taoismus, Konfuzianismus und andere Religionen. In Österreich leben 91,1 % “ethnische” Österreicher, 4 % der Bevölkerung stammt aus dem ehemaligen Jugoslawien, 1,6 % aus der Türkei und 0,9 % aus Deutschland. 73,6 % der ÖsterreichInnen sind römisch-katholisch, 4,7 % protestantisch, 4,2 % muslimisch, der Rest entfällt auf andere Bekenntnisse.

Interessant ist auch der Vergleich der Altersverteilung der malayischen und der österreichischen Bevölkerung.

Die Landfläche Malaysias beträgt 329.847 km² (Österreich: 82.445 km²). Davon sind 5,46 % kulturfähig (Österreich: 16,59 %). 17,54 % der Landfläche werden für den Anbau “dauerhafter” Kulturen (das sind allgemeine Kulturen, die über längere Zeit auf einer Fläche bleiben, nicht aber Holz) verwendet (Österreich: 0,85 %). 3.650 km² werden bewässert (Österreich: 1.170 km²). Der Süßwasserverbrauch in Malaysia beträgt 9,02 km³/Jahr, davon entfallen 62 % auf die Landwirtschaft (Österreich: 3,67 km³/Jahr, 1 % Verbrauch durch Landwirtschaft).

Wirtschaft und Landwirtschaft allgemein

Das malayische Bruttonationalprodukt pro Kopf beträgt 16.900 US-$ (Österreich: 42.500 US-$). Die Landwirtschaft trägt zum malayischen Bruttonationalprodukt 13 % bei (Österreich: 1,5 %). In Malaysia sind 13 % der arbeitenden Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig (Österreich: 5,5 %). Die Arbeitslosenrate in Malaysia beträgt für 2012 geschätzte 3 % (Österreich: 4,4 %). Die Steuern- und Abgabenbelastung beträgt in Malaysia 19,3 % des Bruttonationalprodukts (Österreich: 47,8 %).

Malaysia ist der zweitgrößte Produzent von Palmöl weltweit (größter Produzent: Indonesien). Die wichtigsten Agrarprodukte, die daneben in Malaysien produziert werden, sind: Gummi, Kakao, Reis, Holz.

Palmöl

Malaysia verfügt über 5 Mio ha Palmölplantagen. Palmöl wird aus dem Fruchtfleich und den Kernen der Ölpalme gewonnen. Palmöl ist das wichtigste Pflanzenöl der Welt. Die Produktion steigt stetig und rasant an (laut Wikipedia von 25,6 Mio Tonnen im Jahr 2001 auf 46 Mio Tonnen weltweit im Jahr 2009). Palmöl wird sowohl in der Lebensmittelindustrie, der Kosmetikindustrie, der Oleochemie und als Biokraftstoff genutzt.

Eine Ölpalme kann erstmals etwa 5 Jahre nach der Pflanzung genutzt werden. Eine Palme produziert Fruchstände von bis zu 50 kg im Jahr, die für die Ölgewinnung genutzt werden können. Mit etwa 20 Jahren ist das Nutzungsende der Palme erreicht. 30 – 40 % der Palmölplantagen haben in Malaysia mittlerweile ein Alter von 20 Jahren erreicht. Das aktuelle malayische Budget sieht 432 Mio Ringgit (etwas mehr als 100 Mio Euro) als Unterstützung für ein offensives Neu- bzw. Wiederbepflanzungsprogramm vor. Die Unterstützungsleistung für die Erneuerung der Plantagen soll jenen Plantagenbesitzern gewährt werden, die unter 40 ha Palmölflächen bewirtschaften. Diese erzielen damit Erträge von durchschnittlich 15 t frischen Fruchtständen pro Jahr und Hektar, was 3 t rohes Palmöl (crude palm oil – CPO) ergibt. 60 % der landesweiten Palmölproduktion entfallen aber auf Großplantagen, die jährlich 3 – 5 % ihres Bestandes erneuern (Quelle). Dem derzeit auf dem Weltmarkt bestehenden Verfall des Preises von CPO soll durch die Einführung von sogenannten B10-Biodiesel (bestehend aus 10 % Palmmethylester und 90 % Diesel) ab 2014 entgegen gewirkt werden (Quelle).

Der Palmöl-Boom wird aber mittlerweile auch in Malaysia kritisch gesehen. Über ganz weite Teile musste nämlich ökologisch wertvoller Primärurwald den Palmplantagen weichen. So fährt man entlang der Autobahenn E1 und E2 in West-Malaysia stundenlang durch Palmölplantagen. Die folgenden Fotos, die im Jänner 2013 in West-Malaysia in Gebiet Tangkak – Gunung Ledang aufgenommen wurden, zeigen auch, dass diese Palmölplantagen Monokulturen sind, die ursprünglich im Regenwald lebenden Arten finden darin keinen Platz.

 

Mit drastischen Schildern wird vor dem Betreten der Palmplantagen großer Konzerne gewarnt

Mit drastischen Schildern wird vor dem Betreten der Palmölplantagen großer Konzerne gewarnt

Die Palmölplantagen sind Monokulturen, die sich über 5 Mio ha in Malaysia erstrecken

Die Palmölplantagen sind Monokulturen, die sich über 5 Mio ha in Malaysia erstrecken

Palmölplantage Schild

Ein Schild mit Qualifikationsbeschreibung der Fruchtstände von Ölpalmen

Sime Darby ist ein malayischer Mischkonzern, der umfangreiche Palmölplantagen besitzt

Sime Darby ist ein malayischer Mischkonzern, der umfangreiche Palmölplantagen besitzt

 

Tee

Im Hochland – den Cameron Highlands – wird seit der britischen Kolonialzeit Tee angebaut. Wir haben eine Plantage des größten malayischen Teeproduzenten Boh Tea besichtigt. Die Plantage ist 83 Jahre alt und wird noch immer bewirtschaftet. Die Arbeit auf den Plantagen übernehmen vor allem Vietnamesen, Bangladeschis und Thailänder, die in etwa 10 Euro am Tag verdienen.

Die Teeplantagen liegen im kühleren Hochland

Die Teeplantagen liegen im kühleren Hochland

Grüntee, Schwarztee, etc. stammen von derselben Pflanze - der Unterschied im Geschmack ergibt sich aus der Fermentierung

Grüntee, Schwarztee, etc. stammen von derselben Pflanze – der Unterschied im Geschmack ergibt sich aus der Fermentierung

Ein Teepflücker bei der Arbeit

Ein Teepflücker bei der Arbeit

 

Fortsetzung folgt!

 

 

 

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Wir sind auf Urlaub …

… und kommen erst Mitte Februar wieder zurück … Bis dahin alles Gute!

P. S.: Wem in der Zwischenzeit fad ist, der kann ja HIER bei der Konsultation der EU-Kommission zur Überarbeitung der europäischen Politik für den ökologischen Landbau mitmachen

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Die Rinderdatenbank-App im Praxistest

Die AMA hat schon vor längerer Zeit eine App entwickeln lassen, die die Nutzung der AMA-Rinderdatenbank direkt auf einem Android-Smartphone erlaubt. Apps (eigentlich: mobile applications = mobile Anwendungen) sind Programme, die bestimmte Anwendungen auf einem Smartphone (also z. B. auf einem iPhone, Android-Smartphone, etc.) laufen lassen.

Die Rinderdatenbank-App ermöglicht es, direkt vom Telefon aus auf alle Funktionen der Rinderdatenbank zuzugreifen und direkt im Stall oder auf der Verladerampe Zu- und Abgänge oder Geburten zu melden, Ohrmarken zu bestellen, Tierinformationen einzugeben oder auszulesen und vieles mehr.

Voraussetzungen

Um die hier vorgestellte App nutzen zu können, braucht man ein Smartphone oder ein Tablet mit einem Android-Betriebssystem (Version 2.1 oder höher). Auf einem Apple-iPhone läuft die App nicht.  Außerdem braucht das Smartphone eine Internetverbindung, entweder über mobiles Internet oder über WLAN. Die App selbst ist kostenlos. Darüberhinaus ist die Registrierung bei eAMA notwendig.

Installation

Die Rinderdatenbank-App kann über den Google Play Store bezogen werden. Google Play ist sozusagen der Marktplatz für Android-Apps und in der Regel auf jedem Android-Smartphone vorinstalliert. Die App selbst ist wie gesagt kostenlos. Sie ist 1,3 MB groß, bei einer langsamen mobilen Internetverbindung empfiehlt sich daher vielleicht die Installation über eine schnellere WLAN-Verbindung vorzunehmen. Die Rinderdatenbank-App wurde übrigens von einem österreichischen Unternehmen (MKWE) programmiert und zwischen 1.000 und 5.000mal installiert.

Anmeldung

Um die App nutzen zu können, ist eine Anmeldung mit der AMA-Betriebsnummer und dem dazugehörigen Passwort erforderlich. Wenn man am Anmeldebildschirm “Anmeldedaten merken” anhakt, merkt sich das Programm Betriebsnummer und Passwort, d. h. man bleibt immer angemeldet (könnte sich aber natürlich auch jedes Mal beim Verlassen der App wieder abmelden).

Rinderdatenbank

Der Anmeldebildschirm der Rinderdatenbank-App

 

Beim Anmelden werden die Daten zum Betrieb vom eAMA-Server abgerufen. Nach erfolgreicher Anmeldung wird am Startbildschirm Betriebsnummer, Betrieb und die Zahl der Tiere im Stall angezeigt (Registerblatt “Info” – siehe am Bildschirm oben in der Mitte).

Rinderdatenbank

Der Bildschirm “Info” wird nach der Anmeldung angezeigt

Anwendungsvorgänge

Mit einer Wischgeste von rechts nach links gelangt man vom Bildschirm “Info” zum Bildschirm “Neu”. Hier kann man die jeweiligen Vorgänge, die man anlegen möchte, auswählen. Zur Auwahl stehen:

  • Neue Geburt
  • Zugang Inland
  • Abgang Inland
  • OM Nachbestellung
  • Verendung
Der Bildschirm "Neu"

Der Bildschirm “Neu”

Die Erfassung dieser Vorgänge passiert im Wesentlichen nach demselben Muster: Für das an- oder abzumeldende Tier ist die jeweilige Ohrmarke zu erfassen. Dazu tippt man z. B. bei “Kalb Ohrmarke” auf “Bitte wählen”. Danach kann die Ohrmarkennummer aus einer Liste ausgewählt oder eingetippt werden. Als Zusatzfunktion kann der Strichcode der Ohrmarke auch eingescannt werden, indem man auf das Strichcodefeld rechts oben am Bildschirm klickt. Wenn man nicht den richtigen Barcode-Scanner am Gerät installiert hat, fragt das Programm nach, ob dieser installiert werden soll. Nach erfolgreicher Installation können dann mit dem Handy die Ohrmarken gescannt werden, sodass eine Auswahl der Nummern aus der Liste oder ein Eintippen nicht mehr erforderlich ist.

Die Ohrmarkennummer kann aus der Liste gewählt, eingetippt oder gescannt (Strichcode rechts oben) werden.

Die Ohrmarkennummer kann aus der Liste gewählt, eingetippt oder gescannt (Strichcode rechts oben) werden.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Scannen der Ohrmarken nur bei neuen, noch nicht gesetzten Marken funktioniert. Will man eine bereits am Ohr eines Tiers befindliche Marke scannen, so ist dies aus zweierlei Gründen schwierig: Erstens wird das Tier in der Regel nicht so lange still halten, bis die Software die Marke scannen kann. Zweitens kann die Marke nicht richtig gescannt werden, wenn Haare oder Schmutz Teile des Strichcodes verdecken. Will man also von der Scanfunktion Gebrauch machen, so wird dies wohl nur bei Ohrmarken funktionieren, die man einscannt, bevor ein neugeborenes Kalb damit markiert wird. In allen anderen Fällen hat diese Funktion aus den dargestellten Gründen bei mir nicht funktioniert.

Das Datum der Geburt, des Zu- oder Abgangs ist mit dem aktuellen Tagesdatum von der Rinderdatenbank-App voreingestellt. Mittels Antippen lässt es sich natürlich verändern, weil man ja bekanntlich nicht dazu verpflichtet ist, die Meldungen an die AMA immer tagesaktuell vorzunehmen, sondern dazu in der Regel sieben Tage Zeit hat.

Bei Geburten sind verpflichtend das Geschlecht, die Ohrmarkennummer der Mutter und die Hauptrasse anzugeben. Ohrmarkennummer des Vaters, Zweitrasse und Name können optional eingetragen werden. Weniger Angaben sind bei Zugang Inland, Abgang Inland und Verendung zu machen. Hier sind diese meist auf die Auswahl des Tiers und das Datums des Vorgangs beschränkt.

Die Ohrmarken-Nachbestellung (“OM-Nachbestellung”) habe ich selbst noch nicht ausprobiert, sie ermöglicht es aber offensichtlich beim Verlust von einer oder beider Ohrmarken eines Tiers diese nachzubestellen.

Abfragen

Vom Bildschirm “Neu” kommt man wiederum mit einer Wischgeste von rechts nach links zum Bildschirm “Abfragen”. Unter der Rubrik “Chronik” ist der Verlauf der in der Rinderdatenbank registrierten Vorgänge ersichtlich (d. h. alle Geburten, Zu- und Abgänge, etc. seit der Installation der App). Außerdem kann das Bestandsverzeichnis abgerufen werden. Bei einem Klick auf das einzelne Tier wird die Tierinformation geöffnet. Diese lässt sich nicht nur über das Bestandsverzeichnis öffnen, sondern auch über den Menüpunkt “Tierinformationen”. Hier kann wiederum mittels Auswahl aus der Ohrmarkennummernliste, manueller Eingabe der Nummer oder Scan nach einem Tier gesucht und die entsprechenden Tierinformationen abgerufen werden.

Rinderdatenbank

Am Bildschirm “Abfragen” kann zwischen “Chronik”, “Bestand” und “Tierinformation” gewählt werden.

Fazit

Die Rinderdatenbank-App ist ein gelungenes Beispiel des sinnvollen Einsatzes von mobilen Geräten in der Landwirtschaft. Sie ist nicht bloß eine mehr oder weniger sinnvolle Spielerei wie so manche anderen Landwirtschafts-Apps, sondern trägt wirklich zu Zeitersparnis und Effizienz am Betrieb bei. Die Gefahr, auf die Meldung einer Geburt, eines Zu- oder Abgangs im Rinderstall zu vergessen, wird mit dem Einsatz des Programms deutlich vermindert, weil die Meldung gleich “live” aus dem Stall vorgenommen werden kann (vorausgesetzt, man verfügt über eine entsprechende Internetverbindung). Die Funktion zum Scannen der Ohrmarken ist verbesserungswürdig, wenn es auch wahrscheinlich schwierig ist, das so hin zu bekommen, dass es in der Praxis einwandfrei funktioniert. Besonders positiv zu vermerken ist der Umstand, dass man sich seitens der AMA hier für die Bereitstellung einer Android-App entschieden hat. Im Gegensatz zur GIS-Applikation der AMA, die leider nur unter Microsoft-Windows läuft, ist für die Rinderdatenbank-App sichergestellt, dass nicht nur iPhone-Besitzer Zugang zu dieser Software haben, sondern die App für ein freies Betriebssystem zur Verfügung gestellt wird.

 

 

 

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Schauspieler mit bäuerlichem Hintergrundwissen gesucht

Über die Website von ÖBV Via Campesina (Österreich Berg- und KleinbäuerInnenvereinigung – bin dort gerade Mitglied geworden …) bin gerade auf eine außergewöhnliche Anzeige aufmerksam geworden:

Die Filmfirma Herr Mauser Produktion aus Wien sucht für den Pilotfilmdreh für ein neues, sehr interessantes Format namens “Vollkorn” (“Vollkorn ist ein etwas anderes Bio-Lifestyle-Magazin, das die Grundlagen und Folgen unserer Lebensweise kritisch betrachtet und hinterfragt – ohne Rücksicht auf politisch korrekte Sichtweisen und ohne zu moralisieren.”) noch zwei männliche Schauspieler zwischen 25 bzw. 28 und 35 Jahren. Einer davon sollte “mittelgroß, kräftig, musikalisch begabt, eventuell mit bäuerlichem Hintergrund(wissen)” sein – so wer wird sich doch finden lassen, oder?! Die weiblichen Rollen sind leider schon vergeben. Wieviel Schauspielkönnen/-wissen für diesen Job wirklich notwendig ist, weiß ich leider nicht. Aber auch hier gilt wohl: Probieren geht über studieren.

Alle Infos zu diesem Angebot finden sich HIER. Die Website der Produktionsfirma wird leider gerade überarbeitet.

Hollywood!

Photo Credits: photographerglen via flickr.com (Klick auf Bild)

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YouTube-Tipps zur Landwirtschaft

Auf der Videoplattform YouTube finden sich immer wieder interessante Beiträge rund um Landwirtschaft und Ernährung. Hier ein paar Vorschläge, was man sich bei diesem Sauwetter anschauen könnte …

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Leseempfehlung: Kritischer Agrarbericht

Lange hat es gedauert, nun bin ich endlich dazu gekommen: Ich hab über das Jahr verteilt alle Beiträge des Kritischen Agrarberichts 2012 gelesen, und kann jetzt eine uneingeschränkte Empfehlung für den kommenden kritischen Agrarbericht 2013 abgeben …

Der insgesamt 304 Seiten starke Kritische Agrarbericht 2012 wurde vom deutschen Agrarbündnis im ABL Bauernblatt-Verlag herausgegeben. Er enthält 47 Beiträge in 11 Kapiteln (Agrarpolitik und soziale Lage, Welthandel und Ernährung, Ökologischer Landbau, Produktion und Markt, Regionalentwicklung, Natur und Umwelt, Wald, Tierschutz und Tierhaltung, Gentechnik, Agrarkultur, Verbraucher und Ernährungskultur). Jedem Kapitel (mit Ausnahme des Kapitel 10 “Agrarkultur”) ist ein Rückblick auf das Jahr 2011 vorangestellt. Dann folgen Beiträge zu Spezialthemen. Eine Übersicht über den Inhalt und eine Onlineversion der meisten Beiträge findet sich übrigens HIER. Der Kritische Agrarbericht 2012 ist im Jänner 2012 in Buchform erschienen, die frei abrufbare Onlineversionen der meisten Beiträge wurden im Laufe des Jahres ins Netz gestellt.

Inhaltlich wurde für den Kritischen Agrarbericht 2012 der Schwerpunkt “Zusammen arbeiten – für eine andere Landwirtschaft” gewählt. So widmen sich dann auch einige Beiträge diesem Schwerpunkt – angefangen natürlich von einem Beitrag über solidarische Landwirtschaft in Deutschland bis hin zur Beschreibung des Modells der gentechnikfreien Regionen in Deutschland. Sehr interessant habe ich persönlich den Bericht des Gründers und Vorstands der Regionalwert AG, Christian Hiß, gefunden, der Idee und Funktionsweise seines Unternehmens – ein “regionales Wertschöpfungsnetzwerk” – beschreibt.

Der Kritische Agrarbericht 2012 zeigt, dass Landwirtschaft abseits der Agrarindustrie theoretisch und vor allem praktisch möglich ist. Vor allem für das Jahr 2013, in dem für die künftige europäische Agrarpolitik wichtige Weichen gestellt werden, ist dem Kritischen Agrarbericht eine weite Verbreitung zu wünschen, denn er stellt dem Argument, es gäbe keine Alternativen zu “wachsen oder weichen” und einer zunehmenden Industrialisierung der europäischen Landwirtschaft, ernstzunehmende Alternativen entgegen.

Der in Kürze erscheinende Kritische Agrarbericht 2013 kann HIER bestellt werden.

Kritischer Agrarbericht 2012

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Links No. 22

Permakultur für Landwirte: Getreide auf großen und kleinen Flächen

Berlakovich gegen Kürzung der Mittel für ländliche Entwicklung

ORF-III-Dokutag über die Liebe zum Fleisch und Lebensmittelverschwendung

Agropoly – Wenige Konzerne beherrschen die weltweite Lebensmittelproduktion

The Village Boy!

“The Village Boy!” von VinothChandar via flickr.com (Klick auf Bild)

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