Idee No. 2: Champignons selber anbauen

Vor einiger Zeit habe ich mich daran erinnert, dass es irgendwann Ende der 80er-/Anfang der 90er-Jahre in meinem Elternhaus einen Champignon-Sack gegeben hat. Das war ein großer Plastikbeutel, der mit Spezialerde befüllt war und aus dem nach einiger Zeit im Gemüsekeller ziemlich viele Champignos heraus wuchsen, die man dann nur mehr zu pflücken und zu verarbeiten brauchte.

Weil ich soetwas auch haben möchte, machte ich mich im Internet auf die Suche nach so einem Champignon-Sack. Und siehe da: Es gibt nicht wirklich was (außer vielleicht das hier), zumindest in Österreich (für Deutschland sieht die Sache besser aus, hier scheint es Champignon-Säcke, so wie ich sie kenne, noch zu geben). Ich fand aber zumindest heraus, dass die Champignon-Säcke von damals aus einer Champignon-Zucht in St. Georgen an der Gusen (die in historischer Hinsicht eine Rolle gespielt hat) gekommen waren, die es heute aber nicht mehr gibt.

Die Alternative

Auf der Suche nach dem Champignon-Sack hab ich herausgefunden, dass es aber durchaus Möglichkeiten gibt, selbst Pilze – und auch Champignons – zu züchten. Ein Anzuchtset fürs Fensterbrett war mir aber etwas zu wenig, ich habe mir daher HIER Pilzbrut für “Champignon de Paris” und Shiitake bestellt und bin heute daran gegangen, die Pilze zu “kultivieren”.

Champignons selber züchten

Gleich vorweg: Ich habe mich bei der Herstellung des Anzuchtsubstrates für die Champignons nicht an die Beschreibungen, die man dafür im Internet findet (z. B. HIER oder HIER) gehalten. Mist im Schnellkochtopf oder im Backofen über mehrere Stunden zu erhitzen und dadurch zu pasteurisieren ist mir dann doch etwas zu aufwändig bzw. halte ich Mist lieber aus der Küche fern … Ich hab aber trotzdem versucht, ein Substrat für die Champignonbrut (mit Champignonmyzel durchwachsenes Getreide) zu fabrizieren. In dieser Hinsicht bin ich Optimist, vielleicht wird es ja was – beim Mostpressen hab ich die Erfahrung gemacht, dass es nicht so sehr die klinische Sauberkeit ist, die einen guten Most macht, sondern vor allem gute und saubere Ausgangsstoffe (d. h. nur Obst, das man auch essen würde, nichts fauliges, etc.) und eine saubere, aber nicht keimfreie Arbeitsweise. Vielleicht gilt das auch bei den Chamignons, wer weiß.

Die Zutaten

Neben der Champignonbrut, die mir per EMS zugesandt wurde und die ich die letzten eineinhalb Wochen im Kühlschrank aufbewahrt habe, habe ich mir heute Pferdemist von einem Bekannten (Pensionspferdestall Sattlehenhof in Kirnberg/Mank) geholt. Den hab ich dann mit Kompost und etwas Hühnermist vermischt. Der Mist sollte zwar auch abgelegen sein, war er aber noch nicht – aber wie gesagt, probieren geht über studieren. In das Mist-Kompost-Gemisch hab ich dann schon die Champignonbrut gegeben, das Ganze gut durchmischt, befeuchtet und in zwei Müllsäcke gefüllt. Jetzt stehen die Champignon-Säcke Marke Eigenbau erst einmal im Heizraum wo in etwa Zimmertemparatur herrscht. Ich werde sie gut feucht halten und hoffe, dass das Champignonmyzel das Substrat jetzt erst einmal durchwächst. Dann geht es weiter in der Champignonproduktion – wie, das berichte ich, wenn es soweit ist (wenn es schief geht, werdet Ihr es auch erfahren …). Über meine Versuche, Shiitake selbst zu ziehen, schreibe ich auch in Kürze hier.

Professionelle Champignonzucht und Landwirtschaft

Pferde- und Hühnermist ist übrigens auch in der professionellen Champignonzucht der Ausgangsstoff für die Herstellung des Substrates und insofern eine Verwertungsmöglichkeit für diese Stoffe. Das durchwachsene und “erschöpfte” Substrat, auf dem schon genug Champignons gewachsen sind, wird als “Champost” als Dünger weiter verkauft. Große Geflügelkonzerne nutzen diese Synergien daher und betreiben teilweise auch Pilzzuchten (so laut Wikipedia z. B. die Erich Wesjohann Gruppe mit ihrer Marke “Wiesenhof”)

Hier zwei Fotos:

Champignonbrut

Verpackte Champignonbrut: Von Champignonmyzel durchwachsenes Getreide

 

Champignonsäcke

Die Eigenbau-Champignonsäcke

 

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13 Responses to Idee No. 2: Champignons selber anbauen

  1. Pingback: Shiitake anbauen

  2. babs says:

    glaubst lässt sich das auch am balkon auch durchführen? in kleinerer menge?

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  3. babs says:

    wie lauft’s mit deinen pilzen? hast mich auf den geschmack gebracht und ich hab mir hier http://www.pilzshop.de/fertigkulturen+fuers+haus/46/ac ein weißes & ein steinchampignon-set bestellt. bin schon ganz gespannt wie sie werden!
    lg babs

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    • Christian says:

      Naja, was die Champignons angeht wie erwartet nicht so gut. Zumindest hat sich auf meinem “Substrat” nicht wirklich was entwickelt. Aber ich wart noch ein bisschen und werd dann wieder berichten. Dir jedenfalls viel Erfolg! lg, mühli

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    • reinhard bräuer says:

      hi babs, wie funktioniert deine sache?
      reinhard

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  4. reinhard bräuer says:

    und wie gehts dir nun?
    von wo kann ich ein substrat bekommen…..würd mich auch interesssieren…
    Reinhard

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    • Christian says:

      Tja – offen gesagt hab ich meine “Champignon-Kultur” vor Kurzem weggeschmissen. Wie ich schon anklingen lassen hab, war mein selbstgebautes Substrat alles andere als optimal. Außerdem hab ich es glaub ich “ersaufen” lassen. Für fertiges (und beimpftes) Substrat kann ich nur auf die Links in meinem Kommentar oben hinweisen. Allerdings hab ich eine bebilderte Anleitung für die (halbprofessionelle) Herstellung von Champignon-Substrat bekommen. Ich würd sie gern hier veröffentlichen, muss aber erst das Einverständnis dazu holen, dann werd ich in einem Beitrag davon berichten.

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  5. Pingback: Noch einmal: Champignons selber anbauen ... - haberleiten.at

  6. Kali says:

    Lieber Christian,

    ich habe vor ein bis zwei Wochen das selbe Experiment gestartet,
    würde gerne dein angefangenes Experiment mit meinen Bildern und Erfahrungen verstärken.

    Was hältst du davon?
    Gruß
    Viktor

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    • Christian says:

      Lieber Viktor!

      Ja bitte, sehr gerne – super Idee! Schick mir doch einfach die Bilder und vielleicht einen Text dazu (Adresse unter ).
      Danke!
      lg,
      christian

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  7. halid says:

    von grud aus ist es so wie du es gemacht hast,aber es fehlt das gewiese etwas,besser gesagt die preziese sachen,bin auch am schampignon herstelung sehr interesiert,wegen dem begrenzten zeit und wenig erfahrung kann ich mich leider nicht hinsetzen und alles volbringen,aber hier ein par tips,die ich gemacht chabe und die ich schon weis:
    beim herstelun vom micelium vur 1kg micelium braucht ihr 850g meis korn,oder noch besser weizen,die gleiche menge.dan bereitet ihr for einen gut durchgewachsenen schampignon,so dass das pilz von unten ganz geofnet ist das man die sporen sehen kan,dan niemt ihr hoch prozentiges alkohol (wurde auch der aus apotheke reichen,der weniger prozentig ist)und schneidet kwadratformig ien stuck alufolie,niemt ein papier tuch taucht es im alkohol und putzt die oberfleche der alufolie und last es ein par minuten trocknen so das der alkohol ganz verdunstet,und alufolie trocken ist.dan niemt ihr den pilz und stehlt auf die alufolie(vorsicht ven der alkohol nicht ganz verdunstet ist ist ales um sonst gewessen den der alkohol tutet micelium)dan niemt ihr ein glas das schon sauber ist und deckt dem pilz uaf der folie zu.es mus so um die 24h abgedeckt stehen,ihr durft es nicht abdecken vor der zeit,es mus die ziemer temperatur sein.dan nach 24h deckt ihr es auf,es mussen sporen zu sehen erscheinen(vorher steliziert eure hande mit alkohol,stelt fest das turen und fenster glescholen sind,den in der zeit mus ales sauber sein und nicht durchluftet)niemt eine sprice mit dickere nadel (hier kont ichr es auch bildlich sechen es ist aber leider uaf bosnich http://www.divshare.com/download/16715688-bb8).wen ich was weiter helfen kann,meine mail:svjetlost99@gmail.com

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