Weidezelt – Erfahrungen beim Aufbau

Unser Weidezelt hat den ersten Schneefall problemlos überstanden, die Schafe nehmen es auch gerne an – wenn sie sich auch nicht unbedingt die ganze Zeit im Zelt aufhalten, weil ihnen anscheinend der Schnee nichts auszumachen scheint.

Wie versprochen, werden wir das Weidezelt einem ausführlichen Praxistest unterziehen, an dem wir Euch teilhaben lassen wollen. In einem ersten Teil wollen wir unsere Erfahrungen beim Aufbau dokumentieren.

Lieferung der Zeltteile

Wir haben das Weidezelt von der Firma Steinbock Allzweckzelte in Pöggstall (NÖ, Bezirk Melk) abgeholt. Soweit wir wissen, werden die Zelte auch geliefert, Pöggstall ist von Oberndorf allerdings  nur ca. 50 km entfernt, deshalb haben wir es abgeholt. In Pöggstall hatten wir auch Gelegenheit, die Weidezelte gleich im Einsatz zu sehen. Herr Steinböck, der Inhaber der Firma Steinbock Allzweckzelte, hält selbst wie berichtet eine Herde Heidschnucken im Freiland – und verwendet als “Stall” natürlich seine Weidezelte (im Übrigen auch für die Lagerung von Heu und Stroh für die Schafe). Die Besichtigung bot uns auch Gelegenheit, zu sehen, worauf beim Aufstellen des Zelts vor allem zu achten ist: nämlich, dass zum Schluss alle Planen des Zelts gut gespannt sind und das Zelt selbst einwandfrei im Boden verankert ist.

Der “Zeltbausatz” selbst besteht im Wesentlichen aus feuerverzinkten Metallrohren, Schrauben und Muttern (M8 x 80, M8 x 90), 8 Erdankern, 2 Türplanen mit Reißverschlüssen, einer Hauptplane und Spannschnüren. Eine ausführliche Anleitung zum Selbstaufbau, die von Herrn Steinböck eingehend erläutert wurde, liegt bei. Da wir ein relativ kleines Auto haben, haben wir die Zeltteile mit einer Pritsche abgeholt. Sie ließen sich aber sicherlich auch mit einem (großen) Kombi, Pickup, Anhänger, etc. transportieren.

Weidezelt - Gestänge

Die Gestängeteile des Weidezelts aus feuerverinkten Rohren

Aufbau des Weidezelts – Grundsätzliches

Das Zelt sollte am Besten mit der Längsseite zur Hauptwindrichtung aufgestellt werden (also so, dass der Wind aus der Hauptwindrichtung nicht in die Türteile “hineinfährt”). Natürlich sollte der Untergrund halbwegs eben und so beschaffen sein, dass die ca. 80 cm langen Erdanker auch greifen können. Zu überlegen ist auch, ob man am Boden nicht Paletten oder eine Staffelkonstruktion auflegt, damit zwischen Erdboden und Einstreu etwas Platz bleibt. Die Einstreu bleibt dann länger trocken. Eine derartige Bodenkonstruktion würde ich aber erst einbringen, wenn das Zelt schon steht.

Für den Aufbau des Weidezelts ist wichtig, dass zumindest beim Aufbringen der Planen möglichste Windstille herrscht. Wenn zuviel Wind geht, wird man beim Aufziehen der Plane (dazu unten) unweigerlich scheitern. Denn vor allem die Hauptplane (in unserem Fall über 7 m lang und fast ebenso breit) hat schon ein ziemliches Gewicht, wenn dann noch Wind dazu kommt, hat man fast keine Chance, die Plane zu halten. Ist die Plane allerdings einmal auf das Gerüst aufgezogen und befestigt, sollten Windgeschwindigkeit bis zu 120 km/h kein Problem darstellen.

Aufbau des Weidezelts – Gerüst

Der Aufbau des Zelts beginnt mit dem Zusammenstellen des Gerüsts, dass aus feuerverzinkten Rohren besteht, die mittels der mitgelieferten Schrauben und Muttern verbunden werden. Das zusammengesetzte Gestänge trägt sich selbst und formt das Tunnel-Gerüst für Türteile und Hauptplane.

Der Montageanleitung entsprechend haben wir damit begonnen, dass wir die Bogenteile vorerst einmal so am Boden aufgelegt haben, wie sie dann zusammengesetzt gehören: Das heißt, ein Halbbogen mit Verjüngung (A) trifft auf einen ohne Verjüngung (B), wobei alle Bogenteile auf einer Seite und alle Bogenteile B auf der andere Seite liegen müssen. Klingt kompliziert, ist aber einfach, wenn man die Teile vor sich hat:

Weidezelt - Bogenteile

Die Bogenteile A müssen auf einer, die Bogenteile B auf der anderen Seite liegen.

Auch die Seitenstangen (mit dem Eckfuß) sind entsprechend aufzulegen:

Weidezelt - SeitenstangenDie Bogenteile und Seitenstangen sind dann am Boden liegend mittels Schrauben M8 x 80 gegen Verdrehen zu sichern. Dazu werden die Schrauben von oben durch die dafür vorgesehenen Löcher gesteckt. Sie werden aber noch nicht mit einer Mutter verschraubt, da sie später noch einmal entfernt werden müssen (siehe dazu auch unten).

Weidezelt - Schrauben

Die Schrauben werden vorerst von oben durch das vorgesehene Loch gesteckt, ohne eine Mutter.

Die so entstandenen Bögen müssen jetzt miteinander verbunden werden. Dazu werden der erste und der zweite Bogen aufgestellt und am Besten von jeweils einer Person gehalten. Eine dritte Person verbindet die Bögen dann mittels der dafür vorgesehenen Verbindungsstangen und den Diagonalverbindungen. Damit das ganze hält, brauchen nur die Schrauben in die dafür vorgesehen Löcher gesteckt und mit der dazupassenden Mutter verschraubt werden. Die Muttern sollten allerdings erst ganz am Schluss (als wirklich letzter Arbeitsschritt nach dem Aufziehen der Plane) fest angezogen werden.

Spätestens wenn drei Bögen stehen, hält die Konstruktion von alleine. Die Verbindungsstangen sind an einem Ende verjüngt, sodass sie aufeinander gesteckt werden können. Für die Verbindung von vorletzten und letzten Gestellbogen sind die Verbindungsstangen ohne Verjüngung zu verwenden.

Weidezelt - Bögen gehalten

Eine Person oder zwei Personen halten die Bögen, damit sie verbunden werden können

Weidezelt - Bögen verbinden

Die Bögen werden mittels horizontaler und diagonaler Verbindungsstangen zusammengehalten.

Weidezelt - lange Schrauben

Wo horizontale und diagonale Verbindungsstange aufeinander treffen, sind die langen Schrauben (M8 x 90) zu verwenden.

Die Gestängebögen werden aber nicht nur durch die gezeigten Verbindungsstangen zusammengehalten, sondern auch durch eine Stange am Scheitelpunkt der Bögen. Hier ist es wichtig, zu beachten, dass diese oberste Verbindungsstange grundsätzlich an der Oberseite des Bogens montiert wird, am ersten und am letzten Bogen allerdings auf der Unterseite. Nur so kann später eine optimale Spannung der Hauptplane erreicht werden. Diese Stange wird mit den bereits in die Bögen gesteckten (aber bis jetzt noch nicht mit Muttern fixierten – siehe oben) Schrauben befestigt.

Weidezelt - Verbindungsstange oben

Die oberste Verbindungsstange muss am ersten und am letzten Bogen unten, ansonsten oben montiert werden.

Nachdem das Gerüst mit diesem Schritt fertig aufgestellt ist, wird es dort platziert, wo das Weidezelt einmal stehen soll. Das Gerüst lässt sich zu dritt heben und umstellen.

Aufbau des Weidezelts – Anbringen der Türplanen

Wenn das Gerüst am gewünschten Platz steht, ist es auszurichten. Und zwar so, dass die Ecken zum Schluss einen rechten Winkel bilden. Dazu werden am Besten die Diagonalabstände zwischen den Eckpunkten des Zelts mit einem Maßband ausgemessen. Der Abstand vom rechten vorderen “Eck” zum linken hinteren “Eck” muss genauso groß sein wie der vom linken vorderen zum rechten hinteren. Die Weite der Bögen lässt sich allerdings etwas variieren (von ca. 4,80 bis 5,00 m). Damit man sich beim Aufbringen der beiden Türplanen leicht tut und auch für diese eine entsprechende Spannung hinbekommt, empfiehlt es sich, die beiden äußeren Bögen etwas “hereinzurücken”, sodass sich am Boden eine Weite von etwa 4,80 – 4,90 m ergibt. So kann man später die Türplane anbringen und wenn diese hält, mit den Bogenenden wieder weit nach außen rücken, damit sich die richtige Spannung ergibt.

Ist nun also das Zeltgerüst richtig ausgerichtet, so steigt eine Person auf eine außerhalb des ersten Bogens befindliche Stehleiter und stülpt die Enden der ersten Türplane von außen über den Bogen. Zwei Personen ziehen gleichzeitig an den Spannschnüren der Türplane, die sich dann automatisch über den Bogen legt. Dazu werden die Spannschnüre in die Ösen auf den Füßen der Außenstangen gefädelt. Ob die Plane auch schön “mittig” ausgerichtet ist, zeigt sich an der mittleren der auf der Plane aufgebrachten Ösen – diese muss sich genau unterhalb der obersten Verbindungsstange befinden (am Foto liegt die Plane also etwas zu weit rechts).

Weidezelt - Türplane Lage

Damit die Türplane richtig ausgerichtet ist, sollte die Öse genau unterhalb der Verbindungsstange liegen – also nicht so, wie hier gezeigt.

Weidezelt - Türplane aufbringen

Die Türplane wird von außen aufgebracht und mit den Spannschnüren gespannt.

Sobald die Plane durch die Spannung der Schnüre am Bogen hält, ist darauf zu achten, dass ihr Abschluss auch parallel zum Boden verläuft. Nun kann auch das Gestänge des Bogens so weit nach außen verschoben werden, dass die Plane richtig spannt. Erst dann sind die Spannschnüre links und rechts gleichmäßig stark zu spannen und an der Metalllasche am Fuß des Bogens zu verknoten. Anschließend ist die Türplane am anderen Ende des Zelts zu montieren.

Weidezelt - Metalllaschen

Die Spannschnüre der Türplane sind stark zu spannen und an den Metalllaschen am Fuß des Bogens zu befestigen.

Aufbau des Weidezelts – Verankerung im Boden

Als nächstes ist das Zelt mit den angebrachten Türplanen im Boden zu verankern. Zur Verankerung werden 8 feuerverzinkte Erdanker mit einem Gewinde (je nach Bodentyp unterschiedlich – daher sollte man bei der Bestellung in etwa wissen, in welchen Boden man die Erdanker schrauben will) mitgeliefert. Die Erdanker sind ca. 80 cm lang.

Auf jeder Seite sind 4 Erdanker an der Außenseite des Gestells zu setzen. Bevor sie eingedreht werden, kann noch geprüft werden, ob auch alle Bögen die gleiche Weite haben, damit das Zelt längsseitig später keinen “Buckel” macht. Die Erdanker sind so weit in den Boden einzudrehen, bis die Öse auf gleicher Höhe mit den parallel zum Boden laufenden Verbindungsstangen sind. Zum Eindrehen empfiehlt es sich, eine Stöckchen durch die Öse zu stecken und dieses zu drehen.

Die eingedrehten Erdanker werden anschließend mit Verbindungsschellen an das Gerüst verschraubt, dass dann fest am Boden verankert ist.

Weidezelt - Anbringen der Erdanker

Die Erdanker werden entlang der untersten Verbindungsstange in den Boden gedreht.

Weidezelt - Erdanker

Zum Eindrehen der Erdanker wird am Besten ein Stöckchen durch die Öse gesteckt, mit dem der Anker dann gedreht wird.

Aufbau des Weidezelts – Anbringen der Hauptplane

Nachdem das Weidezelt nun im Boden verankert ist, kann die Hauptplane aufgebracht werden. Wie bereits erwähnt, ist es für diesen Arbeitsschritt besonders wichtig, dass Windstille herrscht. Wind würde die Arbeit unnötig erschweren, weil man höchstwahrscheinlich die ohnehin schon schwere Plane nicht würde halten können.

Die Hauptplane ist vorerst entlang der Längsseite des Gerüsts aufzulegen. In jeweils zwei Ösen der Hauptplane sind die beigelegten Spannschnüre einzufädeln und festzubinden. Die losen Enden der Spannschnüre werden dann über das Zeltgerüst auf die gegenüberliegende Längsseite geworfen. Von dort wird dann die Hauptplane an den beiden Spannschnüren über das Bogengerüst gezogen. Deshalb ist es wichtig, dass die Hauptplane so aufgelegt wird, dass die Lasche mit den Spannösen letztlich auf der Innenseite des Zelts zu liegen kommt. Da die Plane wie gesagt schon einiges an Gewicht hat, kann man sie nicht nur an den Spannschnüren über die Bögen des Gerüst ziehen, sondern man hilft am Besten mit einem Besen oder einer Stehleiter nach und hebt so die Plane über das Gerüst.

Weidezelt - Aufziehen der Hauptplane

Die Hauptplane wird mittels der in die Spannösen eingefädelten Schnüre von einer Längsseite zur anderen über das Bogengerüst gezogen.

Die Hauptplane hat die richtige Position erreicht, wenn (a) der ca. 10 cm starke Streifen, der etwa in der Mitte der Plane aufgeschweisst ist, auf der obersten Verbindungsstange liegt und (b) die Naht, die an den beiden an der Breitseite der Plane gelegenen Enden aufgebracht ist, direkt auf den beiden äußeren Verbindungsbögen aufliegt (das heißt, über den Türplanen). Ist das der Fall, werden die Spannschnüre, mit denen die Plane über das Gerüst gezogen worden ist, entfernt.

Weidezelt - Hauptplane Naht

Die Nähte an den breitseitigen Enden der Plane müssen auf den äußersten Bögen des Gerüsts (über den Türplanen) aufliegen.

In einem nächsten Schritt werden dann die seitlichen Spannschnüre der Hauptplane wie bei der Türplane links und rechts gleichmäßig nach unten gezogen. Die Spannschnüre auf einer Seite werden dann an die Lasche am Winkelfuß geknotet (dort, wo schon die Spannschnur der Türplane hängt). An der anderen Seite werden die Spannschnüre mit Hilfe der Spannschrauben am Winkelfuss befestigt. Die Spannschrauben sind vorher so weit wie möglich auseinander zu drehen und vorerst so zu belassen.

Nun werden auch auf der Seite, auf der die Spannschnüre an den Laschen am Winkelfuß befestigt sind, die Spannschrauben angebracht und die Schnüre in diese geknotet. Sobald der letzte der Spannschrauben montiert ist, kann man diesen bereits voll anziehen, indem man ihn zuschraubt. Danach wird der als vorletztes angebrachte Spannschrauben voll angezogen, dann die weiteren. Zum Schluss sollte die Plane schön gespannt sein.

Weidezelt - spannen der Hauptplane

Die Hauptplane wird durch Spannen der Spannschnüre und der Spannschrauben fest gespannt.

Nun werden die übrig gebliebenen Spannschnüre (die, mit denen die Plane aufgezogen worden ist) in die innen liegenden Spannösen gefädelt, sodass die Plane an der unterstenVerbindungsstange gespannt wird.

Weidezelt - spannen der Schnur an der Innenseite

So werden die Spannschnüre an der Innenseite angebracht.

Aufbau des Weidezelts – Abschlussarbeiten

Erst jetzt werden alle Muttern fix angezogen (am Besten mit einer 13er-Ratsche). Wenn notwendig, könnte der überstehende Schrauben jeweils gekürzt, entgrätet und mit einem Klebeband überdeckt werden. So ergibt sich keinerlei Verletzungsgefahr für die tierischen Bewohner des Weidezelts. Soll das Zelt Ziegen oder andere besonders neugierige Tiere beherbergen, empfiehlt es sich, z. B. die Spannschnüre oder die Ränder der Haupt- und Türplane mit Verbissschutzspray einzulassen, um die Tiere daran zu hindern, sich und das Zelt zu beschädigen.

Die Bodenschürze der Hauptplane kann entweder mit Staffeln, Rundlingen, Steinen, Erde, etc. beschwert werden. Das schützt die Plane zusätzlich vor Wind und verhindert vor allem auch, dass es vom Boden her ins Zelt zieht.

Im Winter sollte immer nur ein Türteil des Weidezelts offen gehalten werden. Im Sommer sind dagegen beide Türteile offen zu halten, um einen Hitzestau im Zelt zu vermeiden. Zum Offenhalten der Türplanen werden zwei Seile zwischen Hauptplane und Türteil gefädelt. Der mit zwei Reißverschlüssen zu öffnende Türteil wird aufgerollt und mit den Schnüren nach oben gebunden.

Fazit

Wir haben zum Aufbauen des Weidezelts in etwa einen Nachmittag gebraucht. Allerdings nicht am Stück, da wir zweimal vom Wind abgehalten worden sind, weiterzumachen. Daher haben wir das Weidezelt über drei Termine hinweg aufgebaut. Meist haben wir zu zweit gearbeitet, nur beim Aufbringen der Türplanen und der Hauptplane haben wir uns Unterstützung von einem Freund bzw. von Waltrauds Mutter geholt.

Durch die detaillierte Montageanleitung und die Erläuterungen durch Herrn Steinböck beim Abholen des Zelts fanden wir es nicht schwierig, das Zelt aufzustellen. Wer allerdings Erfahrung mit “Bausätzen” im Allgemeinen hat (z. B. mit IKEA-Möbeln …), weiß, dass es unerlässlich ist, sich auch wirklich genau an die Aufbauanleitung zu halten. Wenn man das tut, kann aber eigentlich nichts schief gehen.

Über unsere Erfahrungen mit dem Weidezelt werden wir weiterhin in regelmäßigen Abständen hier berichten.

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Gerüchte: Neue GAP erst ab 2015?!

Für ein kurzes aktuelles Update – siehe unten

Vor wenigen Stunden sind Gerüchte aufgetaucht, dass die Europäische Kommission den Start der “neuen” GAP-Periode auf 2015 verschieben wird, zumindest was die Direktzahlungen in Säule 1 betrifft. Bis dato hat die Kommission am planmäßigen Starttermin 1. 1. 2014 festgehalten.

Einem Bericht des britischen Farmers Guardian zufolge, drückte sich ein Mitarbeiter des Kabinetts von EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos so aus, dass der Starttermin 2014 aufgrund der andauernden Verhandlungen rund um die GAP nicht mehr zu halten sei. Daher werde für die Direktzahlungen das Zieldatum 2015 angepeilt. Was die Programme zur ländlichen Entwicklung betreffe, so sei es weiterhin möglich, mit diesen wie geplant 2014 zu beginnen – vorausgesetzt, es werde auf EU-Ebene eine politische Einigung im ersten Halbjahr 2013 erzielt (Berichte im Original HIER und HIER).

Nachdem das Gerücht dann vor allem im Kurznachrichtendienst Twitter die Runde machte (#capreform), reagierte Roger Waite, der Sprecher der EU-Kommission für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, ebenfalls über Twitter mit einer etwas kryptischen Mitteilung: Kommissar Ciolos sage, es habe Priorität einen “politischen Deal” zu bekommen und die weitere Strategie bis 2020 zu fixieren. Wenn eine Übergangsregelung für 2014 notwendig sei, würde die Kommission handeln.

Originalnachricht:

https://twitter.com/ECspokesRoger/status/276745251761315840

Elisabeth Köstinger, Abgeordnete zum Europäischen Parlament (ÖVP/EVP), und dort Vizepräsidentin der Intergroup “Nachhaltige Jagd, Biodiversität, Ländliche Aktivitäten, Landwirtschaft & Wald”, zeigte sich gegenüber haberleiten.at über das Gerücht überrascht und konnte es nicht bestätigen. Kommissar Ciolos hätte am Dienstag bei seinem Besuch im Europäischen Parlament nichts Entsprechendes erwähnt. Ihrer Einschätzung nach könnten im Falle einer tatsächlichen Verschiebung die Direktzahlungen aber weiterlaufen, problematischer sei allerdings die ländliche Entwicklung. Sie wies darauf hin, dass es auch im Zuge der letzten GAP-Reform ein “Anpassungsjahr” gegeben habe.

Hier die Originalunterhaltung:

https://twitter.com/ElliKoestinger/status/276735436301418496

https://twitter.com/haberleiten/status/276738799483105281

https://twitter.com/haberleiten/status/276743826436136961

Über die weiteren Entwicklungen wird hier im Blog berichtet werden.

 

Update, 14. 12. 2012:

Die letzte Woche aufgekommenen Gerüchte wurden zwar nicht von offizieller Seite (für eine weitere kryptische Twitter-Meldung von Ciolos-Sprecher Waite vom 10. 12. 2012, siehe HIER) bestätigt, es ist aber klar, dass man auch auf Seiten der Kommission insbesondere eine Verschiebung der neuen Direktzahlungen auf 2015 in Erwägung zieht. Mittlerweile gibt es auch deutschsprachige Berichte zu den Gerüchten, z. B. auf agrarheute.com oder der Website der Landwirtschaftskammer.

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Links No. 21

Beteiligen! Landwirte und Bürger als Partner

Klimafolgen online – leider nur für Deutschland :-(

So machen Bauern mit Grünkohl fetten Gewinn

Kohlendioxid könnte Ernteerträge verringern

Erste Gemeinde in Deutschland will neue Pferdesteuer einführen

Nothing Comes Free ~ South Moravia, Czech Republic

Photo Credits: Martin Sojka .. www.VisualEscap.es

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Veranstaltungstipp: Höfe neu beleben

Dem Kernthema dieses Blogs – nämlich den Landwirtschafts(quer)einsteigerInnen – widmet sich eine Veranstaltung an der BOKU am 13. Dezember 2012 (Einladung siehe unten), nämlich dem Thema der Hofübergabe im außerfamiliären Bereich.

Wie Zahlen aus Deutschland zeigen, die wohl zumindest bis zu einem gewissen Grad auch auf Österreich übertragbar sind, ist das Thema der Hofübergabe nicht bloß ein Nischenproblem, sondern eines, dass die Landwirtschaft in den nächsten Jahren wahrscheinlich noch vor gehörige Probleme stellen wird. So gibt es in Deutschland rund 300.000 landwirtschaftliche Betriebe, bei 210.000 Betrieben ist die Frage der Nachfolge ungeklärt (aktueller Bericht zur Situtation in Deutschland HIER). Das bedeutet auch, dass die Möglichkeit der Übergabe des Hofes an familienfremde Landwirtschafts(quer)einsteigerinnen zusehend an Bedeutung gewinnen wird.

Die österreichische Berg- und Kleinbäuerinnenvereinigung Via Campesina Austria (ÖBV Via Campesina Austria) hat dieses Problem erkannt und eine Hofbörse eingerichtet (kurzer Bericht im Blog bereits HIER). In Deutschland befasst sich die Initiative hofgruender.de mit der Problematik.

Der ÖBV Via Campesina Austria lädt gemeinsam mit der ÖH der BOKU zur Veranstaltung am 13. Dezember 2012:

Höfe neu beleben

 

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Stall gebaut an einem Tag …

Lange haben wir überlegt, wie wir unsere Schafe (derzeit nur vier an der Zahl, die “Herde” soll aber wachsen …) bei einem Stall voll mit Rindern über den Winter bekommen sollen. Da man ja vor allem Kälber und Schafe nicht in einem Stall halten soll, schauten wir uns um Alternativen für die winterfeste Unterbringung unserer Schafe um. Vor einigen Wochen haben wir uns dann (nachdem wir ein Inserat in der Bauernzeitung gesehen haben …) für den Kauf eines Steinbock Weidezelts entschieden. Ausschlaggebend für die Kaufentscheidung war hauptsächlich, dass uns der Händler anhand seiner eigenen Erfahrung mit einer circa 40köpfigen Schafherde, die er seit etwa 12 Jahren im Freiland mit Weidezelten hält, davon überzeugen konnte, dass das “Konzept” des Weidezelts funktioniert – das Zelt wird also von den Tieren angenommen, ist einfach in der Handhabung und bietet für die Tiere vor allem ausreichend Schutz im Sommer (vor Fliegen und Hitze) und im Winter (vor Schnee, Nässe und Wind).

Nachdem wir das Weidezelt gekauft haben, haben wir es (aufgrund mangelnder Zeit und wegen dem Aufkommen von Wind – dazu später im Bericht über den Aufbau des Zelts) in zwei Etappen aufgestellt, wofür wir insgesamt etwa einen Nachmittag gebraucht haben. Nun steht das Zelt, und unsere Schafe sind auch schon eingezogen und ganz zufrieden mit der neuen Behausung.

In Zukunft werden wir ausführlich über unsere Erfahrungen mit dem Weidezelt berichten. Wir wollen es auf seine Praxistauglichkeit im “Echtbetrieb” testen, vor allem auch in Hinblick auf Überlegungen, in Zukunft unsere Kalbinnen ganzjährig im Freiland zu halten und hier ebenfalls Weidezelte einzusetzen. In Kürze wird in diesem Blog ein detaillierter Bericht über den Aufbau des Weidezelts folgen (Update: HIER geht es zum Bericht …).

Vorerst Bilder vom fertig aufgestellten Weidezelt:

Weidezelt Frontansicht

Weidezelt 7,20 x 5,00 x 2,80 m

 

Weidezelt mit Schafen

Das Weidezelt wurde von unseren Schafen “erstbezogen”

 

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Links No. 20

Agrarkommissar Ciolos kommt nach Österreich – fernab der Öffentlichkeit: “Veranstaltung des BMLFUW für ausgewählte Interessensvertreter am 26. 11. 2012″ – Einladung inkl. Programm HIER

Maßnahmen für multifunktionale Landwirtschaft und Klima – Budgets für Landwirtschaft und Klima im Nationalrat

Grüne Gentechnik: Mehr Gift gegen Resistenzen

Hühnermist soll auf Wiesen verboten werden

Links

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Vorlesung Ernährungssouveränität online

Im Sommersemester 2012 hat an der Universität für Bodenkultur (Boku) eine Ringvorlesung zum Thema Ernährungssouveränität stattgefunden. Sie soll 2013 wiederholt werden.

Dankenswerterweise stellen die OrganisatorInnen der Ringvorlesung und die Boku Videos der einzelnen Vorlesungen aus dem Sommersemester 2012 HIER für die Öffentlichkeit zur Verfügung – dort wird auch gleich erklärt, was Ernährungssouveränität ist. Neben der Geschichte der Ernährungssouveränität werden so interessante Fragen wie “Kann ‘bio’ und kleinbäuerliche Landwirtschaft die Welt ernähren”? erörtert oder es gibt eine Podiumsdiskussion mit Vertretern von SPAR und Foodcoops zum Thema “Supermärkte und alternative Lebensmittelnetzwerke”.

Einen ähnlichen Kurs (auf englisch) zum US-Ernährungssystem gibt es HIER. Weitere Online-Ressourcen zur Landwirtschaft finden sich HIER und HIER im Blog.

Ernährungssouveränität

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Links No. 19

Berlakovich: “Jedem zweiten Bauern droht das Aus”

Biosprit: Unrentabel auf unbestimmte Zeit

ÖDP kritisiert geplante EBRD-Garantie für Monsanto

Industrie will mit 44 Millionen Dollar Kennzeichnungspflicht verhindern (Anmerkung: Die Kennzeichnungspflicht wurde mit 53 % Gegenstimmen abgelehnt, ein pro-GVO Bericht darüber HIER)

Links

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Einheitswert neu

Mit dem Inkrafttreten des vorgeschlagenen Abgabenänderungsgesetzes 2012 werden sich nicht nur die Regelungen betreffend die Pauschalierung in der Land- und Forstwirtschaft ändern (kurzer Bericht bereits HIER im Blog), sondern es wird auch zu Änderungen im Bewertungsgesetz kommen. Mit den Neuerungen im Bewertungsgesetz wiederum sind für die Land- und Forstwirtschaft vor allem Änderungen hinsichtlich des Einheitswerts verbunden. Die wichtigsten Fakten zum “Einheitswert neu”, wie sie sich im Entwurf zum Abgabenänderungsgesetz 2012 finden, lauten wie folgt:

  • Die nächste Hauptfeststellung der Einheitswerte für wirtschaftliche Einheiten des land- und forstwirtschaftlichen Vermögens erfolgt zum Stichtag 1. 1. 2014
  • Erstmals werden bei der Feststellung der Einheitswerte die Direktzahlungen (“1. Säule” der GAP) berücksichtigt. Diese sind mit 33 % des im Vorjahr ausbezahlten Betrages anzusetzen (§ 35 Bewertungsgesetz neu).
  • Der höchste erreichbare Hektarsatz (Ertragswert je Hektar) wird mit EUR 2.400,– festgelegt (§ 38 Abs 1 Bewertungsgesetz neu).

Die politische Einigung rund um den Einheitswert wird vor allem von den Landwirtschaftskammern als “Sieg” gefeiert, unter anderem deswegen, weil eine Bewertung nach Verkehrswerten abgewehrt werden konnte. Dabei wird meines Erachtens aber oft übersehen, dass ja nicht nur Land- und Forstwirte von einer Bewertung von Grund und Boden nach – den deutlich über den derzeitigen und auch den zukünftigen Einheitswerten liegenden – Verkehrswerten betroffen gewesen wären, sondern alle, die Grund- und Boden besitzen. Eine derartige Bewertung nach Verkehrswerten und damit eine massenhafte steuerliche Mehrbelastung wäre wohl politisch ohnehin nie durchgegangen.

Bemerkenswert – und von offizieller Seite weniger hervorgehoben – erscheint mir aber, dass mit dem Einbezug der Direktzahlungen die Gewährung öffentlicher Gelder in der Bewertung berücksichtigt wird. Der Einheitswert dient ja bekanntlich nicht zuletzt dazu, die Abgabenbelastung eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebes zu ermitteln. Wenn künftig also öffentliche Gelder einen Teil des Einheitswerts ausmachen sollen, bedeutet das, dass Abgaben und Steuern unter Zugrundelegung einer Bemessungsgrundlage ermittelt werden, die ihrerseits wiederum teilweise auf öffentlichen Geldern beruht. Dies erscheint zumindest paradox, würde doch niemand ernsthaft auf die Idee kommen, bei der Bemessungsgrundlage der Einkommenssteuer für einen Arbeiter oder Angestellten öffentliche Transferleistungen, die einen wichtigen Teil des Einkommens bilden (z. B. die Mindestsicherung – jedeR fünfte BezieherIn soll erwerbstätig sein) anzurechnen.

Reaping machine, invented 1812 by Smith form Perthshire

Photo Credits: Marcel Douwe Dekker via flickr.com (Klick auf Bild)

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Landwirtschaftliche Podcasts für zwischendurch

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derrickkwa via flickr.com

Radio Bayern 2 bietet mit seiner Sendereihe “radioWissen” äußerst interessante Podcasts zum jederzeitigen Nachhören im Internet an. Neben Themen aus Geschichte, Kultur, Naturwissenschaften und vielen mehr finden sich auch immer wieder interessante Sendungen (Dauer: ca. 20 – 30 Minuten), die direkt oder indirekt mit der Land- und Forstwirtschaft zusammenhängen. Hier eine Auswahl der meiner Meinung interessantesten Sendungen, die mit Agrar-Themen zu tun haben und die zum Download bereit stehen

 

Weitere Podcasts für den Traktor finden sich HIER im Blog.

 

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