Die Rinderdatenbank-App im Praxistest

Die AMA hat schon vor längerer Zeit eine App entwickeln lassen, die die Nutzung der AMA-Rinderdatenbank direkt auf einem Android-Smartphone erlaubt. Apps (eigentlich: mobile applications = mobile Anwendungen) sind Programme, die bestimmte Anwendungen auf einem Smartphone (also z. B. auf einem iPhone, Android-Smartphone, etc.) laufen lassen.

Die Rinderdatenbank-App ermöglicht es, direkt vom Telefon aus auf alle Funktionen der Rinderdatenbank zuzugreifen und direkt im Stall oder auf der Verladerampe Zu- und Abgänge oder Geburten zu melden, Ohrmarken zu bestellen, Tierinformationen einzugeben oder auszulesen und vieles mehr.

Voraussetzungen

Um die hier vorgestellte App nutzen zu können, braucht man ein Smartphone oder ein Tablet mit einem Android-Betriebssystem (Version 2.1 oder höher). Auf einem Apple-iPhone läuft die App nicht.  Außerdem braucht das Smartphone eine Internetverbindung, entweder über mobiles Internet oder über WLAN. Die App selbst ist kostenlos. Darüberhinaus ist die Registrierung bei eAMA notwendig.

Installation

Die Rinderdatenbank-App kann über den Google Play Store bezogen werden. Google Play ist sozusagen der Marktplatz für Android-Apps und in der Regel auf jedem Android-Smartphone vorinstalliert. Die App selbst ist wie gesagt kostenlos. Sie ist 1,3 MB groß, bei einer langsamen mobilen Internetverbindung empfiehlt sich daher vielleicht die Installation über eine schnellere WLAN-Verbindung vorzunehmen. Die Rinderdatenbank-App wurde übrigens von einem österreichischen Unternehmen (MKWE) programmiert und zwischen 1.000 und 5.000mal installiert.

Anmeldung

Um die App nutzen zu können, ist eine Anmeldung mit der AMA-Betriebsnummer und dem dazugehörigen Passwort erforderlich. Wenn man am Anmeldebildschirm “Anmeldedaten merken” anhakt, merkt sich das Programm Betriebsnummer und Passwort, d. h. man bleibt immer angemeldet (könnte sich aber natürlich auch jedes Mal beim Verlassen der App wieder abmelden).

Rinderdatenbank

Der Anmeldebildschirm der Rinderdatenbank-App

 

Beim Anmelden werden die Daten zum Betrieb vom eAMA-Server abgerufen. Nach erfolgreicher Anmeldung wird am Startbildschirm Betriebsnummer, Betrieb und die Zahl der Tiere im Stall angezeigt (Registerblatt “Info” – siehe am Bildschirm oben in der Mitte).

Rinderdatenbank

Der Bildschirm “Info” wird nach der Anmeldung angezeigt

Anwendungsvorgänge

Mit einer Wischgeste von rechts nach links gelangt man vom Bildschirm “Info” zum Bildschirm “Neu”. Hier kann man die jeweiligen Vorgänge, die man anlegen möchte, auswählen. Zur Auwahl stehen:

  • Neue Geburt
  • Zugang Inland
  • Abgang Inland
  • OM Nachbestellung
  • Verendung
Der Bildschirm "Neu"

Der Bildschirm “Neu”

Die Erfassung dieser Vorgänge passiert im Wesentlichen nach demselben Muster: Für das an- oder abzumeldende Tier ist die jeweilige Ohrmarke zu erfassen. Dazu tippt man z. B. bei “Kalb Ohrmarke” auf “Bitte wählen”. Danach kann die Ohrmarkennummer aus einer Liste ausgewählt oder eingetippt werden. Als Zusatzfunktion kann der Strichcode der Ohrmarke auch eingescannt werden, indem man auf das Strichcodefeld rechts oben am Bildschirm klickt. Wenn man nicht den richtigen Barcode-Scanner am Gerät installiert hat, fragt das Programm nach, ob dieser installiert werden soll. Nach erfolgreicher Installation können dann mit dem Handy die Ohrmarken gescannt werden, sodass eine Auswahl der Nummern aus der Liste oder ein Eintippen nicht mehr erforderlich ist.

Die Ohrmarkennummer kann aus der Liste gewählt, eingetippt oder gescannt (Strichcode rechts oben) werden.

Die Ohrmarkennummer kann aus der Liste gewählt, eingetippt oder gescannt (Strichcode rechts oben) werden.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Scannen der Ohrmarken nur bei neuen, noch nicht gesetzten Marken funktioniert. Will man eine bereits am Ohr eines Tiers befindliche Marke scannen, so ist dies aus zweierlei Gründen schwierig: Erstens wird das Tier in der Regel nicht so lange still halten, bis die Software die Marke scannen kann. Zweitens kann die Marke nicht richtig gescannt werden, wenn Haare oder Schmutz Teile des Strichcodes verdecken. Will man also von der Scanfunktion Gebrauch machen, so wird dies wohl nur bei Ohrmarken funktionieren, die man einscannt, bevor ein neugeborenes Kalb damit markiert wird. In allen anderen Fällen hat diese Funktion aus den dargestellten Gründen bei mir nicht funktioniert.

Das Datum der Geburt, des Zu- oder Abgangs ist mit dem aktuellen Tagesdatum von der Rinderdatenbank-App voreingestellt. Mittels Antippen lässt es sich natürlich verändern, weil man ja bekanntlich nicht dazu verpflichtet ist, die Meldungen an die AMA immer tagesaktuell vorzunehmen, sondern dazu in der Regel sieben Tage Zeit hat.

Bei Geburten sind verpflichtend das Geschlecht, die Ohrmarkennummer der Mutter und die Hauptrasse anzugeben. Ohrmarkennummer des Vaters, Zweitrasse und Name können optional eingetragen werden. Weniger Angaben sind bei Zugang Inland, Abgang Inland und Verendung zu machen. Hier sind diese meist auf die Auswahl des Tiers und das Datums des Vorgangs beschränkt.

Die Ohrmarken-Nachbestellung (“OM-Nachbestellung”) habe ich selbst noch nicht ausprobiert, sie ermöglicht es aber offensichtlich beim Verlust von einer oder beider Ohrmarken eines Tiers diese nachzubestellen.

Abfragen

Vom Bildschirm “Neu” kommt man wiederum mit einer Wischgeste von rechts nach links zum Bildschirm “Abfragen”. Unter der Rubrik “Chronik” ist der Verlauf der in der Rinderdatenbank registrierten Vorgänge ersichtlich (d. h. alle Geburten, Zu- und Abgänge, etc. seit der Installation der App). Außerdem kann das Bestandsverzeichnis abgerufen werden. Bei einem Klick auf das einzelne Tier wird die Tierinformation geöffnet. Diese lässt sich nicht nur über das Bestandsverzeichnis öffnen, sondern auch über den Menüpunkt “Tierinformationen”. Hier kann wiederum mittels Auswahl aus der Ohrmarkennummernliste, manueller Eingabe der Nummer oder Scan nach einem Tier gesucht und die entsprechenden Tierinformationen abgerufen werden.

Rinderdatenbank

Am Bildschirm “Abfragen” kann zwischen “Chronik”, “Bestand” und “Tierinformation” gewählt werden.

Fazit

Die Rinderdatenbank-App ist ein gelungenes Beispiel des sinnvollen Einsatzes von mobilen Geräten in der Landwirtschaft. Sie ist nicht bloß eine mehr oder weniger sinnvolle Spielerei wie so manche anderen Landwirtschafts-Apps, sondern trägt wirklich zu Zeitersparnis und Effizienz am Betrieb bei. Die Gefahr, auf die Meldung einer Geburt, eines Zu- oder Abgangs im Rinderstall zu vergessen, wird mit dem Einsatz des Programms deutlich vermindert, weil die Meldung gleich “live” aus dem Stall vorgenommen werden kann (vorausgesetzt, man verfügt über eine entsprechende Internetverbindung). Die Funktion zum Scannen der Ohrmarken ist verbesserungswürdig, wenn es auch wahrscheinlich schwierig ist, das so hin zu bekommen, dass es in der Praxis einwandfrei funktioniert. Besonders positiv zu vermerken ist der Umstand, dass man sich seitens der AMA hier für die Bereitstellung einer Android-App entschieden hat. Im Gegensatz zur GIS-Applikation der AMA, die leider nur unter Microsoft-Windows läuft, ist für die Rinderdatenbank-App sichergestellt, dass nicht nur iPhone-Besitzer Zugang zu dieser Software haben, sondern die App für ein freies Betriebssystem zur Verfügung gestellt wird.

 

 

 

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One Response to Die Rinderdatenbank-App im Praxistest

  1. Alexandra says:

    Hallo!

    Die Rinderdatenbank wird nicht von der AMA bereitgestellt, sondern wurde von uns (MKW electronics GmbH aus Weibern, OÖ) entwickelt.

    Viele Grüße

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